Leon Klein Schiphorst

„Wer ein wenig um sich schaut, kann hier immer Urlaub machen“

„Wer ein wenig um sich schaut, kann hier immer Urlaub machen“

Léon Klein Schiphorst (74), ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der Haarlems Dagblad, kam für seine erste richtige Zeitungsstelle nach Alkmaar und lebte an einzigartigen Orten in der Region.
Als Journalist weiß Léon, seine Umgebung im Gespräch anschaulich zu beschreiben.
Noch immer ist er über sein Kommunikationsbüro Pennenvruchten aktiv und betreut die wöchentlichen Seiten „Eropuit“ im Magazin MAX.
Als Freiwilliger ist er für die PR von Kulturerbeorganisationen wie Stichting Oer-IJ und Stichting Cornelis Corneliszoon van Uitgeest verantwortlich. Kultur und Natur bilden den roten Faden dieses Interviews.

Huis van Hilde

Museen

Für Léon ist die Region Alkmaar genauso schön wie das Ausland. „Wenn es irgendwie möglich ist, besuchen wir ein lokales Museum. Das macht immer überraschend viel Spaß und ist interessant. Meistens werden diese von Freiwilligen betreut, die die schönsten Geschichten erzählen. Das Stedelijk Museum in Alkmaar ist so ein Museum, bei dem man gar nicht genug bekommt. Auch das Archäologiemuseum Huis van Hilde, hinter dem Bahnhof in Castricum, sollte man nicht verpassen. Geht dort einmal hin, es gibt viel Geschichte aus Alkmaar zu entdecken.“

Schermer en de Rijp

Schermer und de Rijp

Léon nimmt fast immer das Fahrrad, um in der Region unterwegs zu sein. „Das bietet mehr Möglichkeiten und so sieht man am meisten. Mit dem Fahrrad Richtung Schermer und die Eilandspolder fahren wir entlang des Ringkanals zum Skulpturengarten von Nic. Jonk. Wo kann man schöner Kaffee trinken und Apfelkuchen essen? De Vriendschap in Driehuis ist eine zweite Option. Dann weiter nach De Rijp. Das Museum In‘t Houten Huis erzählt die spannende Geschichte dieses wunderschönen Dorfes. Das Wapen van Munster ist eine beliebte Lunch-Terrasse mit Blick auf das alte Rathaus und die Kirche. Geht dort einmal hinein und betrachtet die Statue von Jan Weltevree, die vor der Tür steht. Dieser Riper aus dem 17. Jahrhundert ist in Korea weltberühmt.“

Gemeente Bergen

Gemeente Bergen

Wenn Léon nach Norden fährt, verläuft die Route über Bergen nach Schoorl und die ehemalige Hondsbossche Seewering. „Bei Camperduin sieht man auf einen Blick, wie wir unter dem Meeresspiegel leben. Was für ein Ausblick! Die Wasserbarriere wurde spektakulär gestaltet und der alte Deich ist unter ‚neuer Natur‘ verschwunden. Der Radweg führt mitten durch die frischen Dünen. Stell hier dein Fahrrad ab und drehe eine Runde über den Grasdeich, mit Blick auf die vogelreichen Wasserbecken. Es sind Reste eines Durchbruchs von 1570. Lieblings-Gastronomiestopps unterwegs: Landgoed Huize Glory in Bergen aan Zee und Gasterij ’t Woud zwischen Bergen und Egmond.“


Noord-Hollandse duinen

Das Dünenreservat

Eine Route Richtung Westen ist für ihn ein Heimspiel. „Hier im Noordhollands Duinreservaat wird einem nie langweilig. Jede Jahreszeit hat ihre Reize und das Gebiet ist spektakulär vielfältig. Die ungestört grasenden Konik-Pferde, Exmoor-Ponys, Schottischen Hochländer und die Schafherde, die hier umherlaufen, vermitteln ein richtiges Safari-Gefühl. Je nach Windrichtung wählen wir Egmond oder alternativ Wijk aan Zee. Egmond aan den Hoef hat ein ‚Museumsviertel‘, an dem man nicht einfach vorbeifährt: bildende Kunst, lokale Geschichte und ein Kuriositätenkabinett. Immer schön. Das nach einem Brand wieder aufgebaute Restaurant/Terrasse Nieuw Westert etwas weiter ist schöner als je zuvor. Führt die Radtour Richtung IJmuiden, wird immer für einen Drink oder eine Kleinigkeit bei Gasterij Kruisberg angehalten. Biologisch-dynamische Hamburger von eigenen Hochländern! Verantwortlich und vor allem lecker.“

Oer-IJ Limmerdie

Oer-IJ Landschaft

Vielleicht das überraschendste Gebiet ist laut Léon die „vergessene“ Oer-IJ-Landschaft, die sich zwischen Alkmaar, Zaanstad und Velsen erstreckt. „Hier floss bis zum Beginn unserer Zeitrechnung ein nördlicher Seitenarm des Rheins, der bei Castricum ins Meer mündete. Davon ist noch viel zu sehen: gewundene Bäche, weite Strandflächen und sumpfige Torfwiesen. Nutzt eine der Routen, die auf der Website oerij.eu verfügbar sind. Mit diesen Informationen lässt sich die Landschaft anders erleben, man sieht mehr und die Umgebung bekommt eine neue Bedeutung. Im Fort K’IJK bei Krommeniedijk ist eine Dauerausstellung über die Stelling von Amsterdam eingerichtet. Ein schöner Stopp ist der Heritage-Park De Hoop in Uitgeest, mit dem neuen Restaurant Krelis und einer Eisdiele in einer alten Mühle, die nach Cornelis Corneliszoon von Uitgeest benannt ist, dem Erfinder der Holzsägemühle um 1700.“

Buiten, Eilandspolder

Draußen

Wenn Léon nicht mit dem Fahrrad unterwegs ist oder ein Museum besucht, ist er vor allem gerne draußen. „Wer ein wenig um sich schaut, kann hier jederzeit Urlaub machen. So ist der Strand jeden Tag anders und es gibt immer mehr Pavillons, in denen man lecker und verantwortungsvoll essen kann. Auch gehe ich gerne auf den Golfplatz in Heiloo, um ein paar Bälle zu schlagen. Man kann auch wunderbar im Brasserie in ’t Groen zu Mittag essen. Ebenfalls schön sind die sommerlichen Sonntagnachmittagskonzerte auf der Terrasse bei der Oude Keuken in Bakkum und ‚Zomer op het Plein‘ bei der Vest, hinter der Grote Kerk. Die schönsten Plätze in der Region Alkmaar sind so besonders, dass ich sie gerne für mich behalte. Vorausgesetzt, eines gebe ich preis: das Vogelwasser, aber das ist nicht leicht zu finden.“